Länger krank als sechs Wochen: Die Einkommensstufe, vor der dich niemand warnt
Sechs Wochen lang merkt deine Gehaltsabrechnung nichts. In Woche sieben wechselt der Zahler, und der Betrag fällt auf rund drei Viertel deines Nettos, für bis zu anderthalb Jahre. Die ganze Treppe, was sie für ein Familienbudget bedeutet, und wo die Fristen liegen.
In den ersten sechs Wochen einer Krankheit merken die meisten Angestellten auf der Gehaltsabrechnung: nichts. Der Arbeitgeber zahlt das Gehalt weiter. In Woche sieben wechselt der Zahler, und der Betrag fällt auf rund drei Viertel deines bisherigen Nettos, für bis zu anderthalb Jahre. Die meisten Haushalte entdecken diesen Fahrplan in der Woche, in der er sie trifft. Hier ist die ganze Treppe, was sie für ein Familienbudget bedeutet, und wo die Fristen liegen.
Dieser Artikel ist Information, keine Finanz- oder Rechtsberatung. Er beschreibt das gesetzliche System für gesetzlich versicherte Angestellte; privat Versicherte und Selbstständige haben ein anderes, überwiegend vertragsbasiertes System.
Stufe eins: Sechs Wochen volles Gehalt
Angestellte haben Anspruch auf Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber für bis zu sechs Wochen je Erkrankung: 100 Prozent des Gehalts, sofern das Arbeitsverhältnis vier Wochen bestanden hat (§ 3 Entgeltfortzahlungsgesetz). Eine neue, unabhängige Erkrankung startet eine neue Sechs-Wochen-Uhr; dieselbe Erkrankung innerhalb von zwölf Monaten in der Regel nicht.
Stufe zwei: Krankengeld, und was die 70 Prozent wirklich bedeuten
Ab Woche sieben zahlt die gesetzliche Krankenkasse Krankengeld: 70 Prozent des Bruttogehalts, gedeckelt auf 90 Prozent des Nettos und zusätzlich durch die Beitragsbemessungsgrenze, sodass höhere Einkommen anteilig mehr verlieren (§§ 44, 47 SGB V). Vom Krankengeld gehen noch deine Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung ab. Praktisch bleiben den meisten Angestellten rund 72 bis 75 Prozent des bisherigen Nettos; oberhalb der Bemessungsgrenze spürbar weniger. Für einen Haushalt, der von 90 Prozent seines Einkommens lebt, ist das der Moment, in dem das Budget nicht mehr von allein aufgeht.
Stufe drei: Die 78-Wochen-Grenze
Krankengeld für dieselbe Erkrankung ist auf 78 Wochen innerhalb von drei Jahren begrenzt, einschließlich der sechs Arbeitgeberwochen (§ 48 SGB V). Danach verzweigt sich der Weg: zurück in die Arbeit, oft über eine stufenweise Wiedereingliederung; Arbeitslosengeld über die Nahtlosigkeitsregelung, wenn du noch nicht arbeiten kannst, aber noch nicht begutachtet bist (§ 145 SGB III); oder ein Antrag auf Erwerbsminderungsrente, deren Beträge in der Regel deutlich unter dem früheren Einkommen liegen (§ 43 SGB VI). Der 78-Wochen-Horizont ist die Zahl, um die man planen sollte: Er definiert, wie lange das gesetzliche System eine schwere Erkrankung trägt, bevor die eigenen Rücklagen oder ein Versicherungsprodukt übernehmen müssen.
Was das konkret mit einem Familienbudget macht
Nimm einen Haushalt mit 3.500 Euro Netto im Monat und 3.100 Euro festen Ausgaben. Eine Einkommensstufe von 25 Prozent nach unten senkt das Einkommen auf 2.625 Euro und macht aus einem Überschuss von 400 Euro ein monatliches Minus von 475 Euro, sofort, ohne dass sich an den Verpflichtungen der Familie etwas ändert. Über die vollen 72 Krankengeld-Wochen sind das rund 7.900 Euro Lücke, vor allen krankheitsbedingten Zusatzkosten. Der Sinn dieser Rechnung in ruhigen Zeiten: Die Zahl ist im Voraus bekannt. Die Einkommensstufe deines Haushalts ist Arithmetik, kein Schicksal, und sie zu kennen verändert, wie groß eine Notreserve wirklich sein muss, eine nützlichere Antwort als das pauschale "drei bis sechs Monatsausgaben".
Zwei Gruppen mit einer anderen Treppe
Privat versicherte Angestellte bekommen die sechs Arbeitgeberwochen wie alle, aber danach gibt es kein gesetzliches Krankengeld; das Gegenstück ist eine Krankentagegeldversicherung, deren Höhe das ist, was vereinbart wurde, einschließlich null, wenn nie etwas vereinbart wurde. Selbstständige in der gesetzlichen Versicherung bekommen Krankengeld nur, wenn sie es über eine Wahlerklärung oder einen Wahltarif eingeschlossen haben (§ 44 Absatz 2 SGB V). Wer zu einer dieser Gruppen gehört, zieht den größten Nutzen aus diesem Artikel, indem er heute prüft, wie hoch das eigene Einkommen in Woche sieben tatsächlich wäre.
Die Treppe deines eigenen Haushalts
Miravels Aufgabe ist, genau solche unsichtbaren Fahrpläne für deinen Haushalt sichtbar zu machen: was eine lange Krankheit mit ihren gesetzlichen Ersatzquoten und Fristen über die Monate mit Einkommen, Ausgaben und Rücklage macht. In Miravel trägst du Krankengeld als das ein, was es rechtlich ist, ein zeitlich begrenztes Einkommen mit Enddatum, und die Haushaltsprojektion zeigt dann die Versorgungslücke statt einer vagen Warnung. Zehn Minuten Einrichtung ersetzen die Überraschung in Woche sieben.
Quellen
- Entgeltfortzahlungsgesetz, § 3: gesetze-im-internet.de/entgfg
- SGB V, §§ 44, 45, 46, 47, 48, 49 (Krankengeld, Kinderkrankengeld, lückenlose Feststellung): gesetze-im-internet.de/sgb_5
- SGB III, § 145 (Nahtlosigkeitsregelung): gesetze-im-internet.de/sgb_3
- SGB VI, §§ 43, 166 (Erwerbsminderungsrente, Beiträge aus Krankengeld): gesetze-im-internet.de/sgb_6
- GKV-Spitzenverband, Hinweise zum Krankengeld: gkv-spitzenverband.de
Häufig gestellte Fragen
- Muss ich etwas tun, oder kommt das Geld von allein?
- Du musst die Krankschreibungen lückenlos halten: Jede Folgebescheinigung muss spätestens am nächsten Werktag nach dem Ende der vorherigen ausgestellt sein (§ 46 SGB V). Schon ein Tag Lücke kann den Krankengeldanspruch unterbrechen, und diese bürokratische Stolperfalle, nicht der Prozentsatz, ist in der Praxis der häufigste Weg, Geld zu verlieren.
- Wird Krankengeld besteuert?
- Es ist steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt: Es erhöht den Steuersatz auf dein übriges Jahreseinkommen (§ 32b EStG). Haushalte entdecken das als unerwartete Nachzahlung mit der Steuererklärung, ausgerechnet in dem Jahr, in dem sie es sich am wenigsten leisten können. Ab 410 Euro Lohnersatzleistungen im Jahr wird die Abgabe der Erklärung zur Pflicht.
- Wächst meine Rente während des Krankengelds weiter?
- Ja, verlangsamt: Die Krankenkasse zahlt Rentenbeiträge auf Basis von 80 Prozent des dem Krankengeld zugrunde liegenden Entgelts (§ 166 SGB VI). Die Monate zählen, und die Punkte wachsen weiter, etwas kleiner als vorher.
- Kann mir während einer langen Krankschreibung gekündigt werden?
- Entgegen dem hartnäckigsten Mythos im deutschen Arbeitsleben: ja. Eine Krankschreibung blockiert keine Kündigung; der allgemeine Kündigungsschutz gilt weiter, und eine lange Erkrankung kann unter Voraussetzungen sogar selbst eine personenbedingte Kündigung begründen. Arbeitsplatzschutz und Einkommensschutz sind getrennte Systeme.
- Was ist, wenn mein Kind krank ist, nicht ich?
- Dafür gibt es eine eigene Leistung: das Kinderkrankengeld, rund 90 Prozent des ausgefallenen Nettos für eine begrenzte Zahl von Tagen pro Elternteil, Kind und Jahr (§ 45 SGB V). Es hat eigene Regeln und eigene Jahresgrenzen, und es berührt deine 78-Wochen-Uhr nicht.
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