Beamte und die Rente: Wie sich Pension, private Vorsorge und ETF-Sparplan zusammen entwickeln
Die meisten Rentenrechner gehen von der gesetzlichen Rentenversicherung aus. Als Beamtin oder Beamter hast du eine andere Architektur: Pension statt Rentenpunkte, Beihilfe statt gesetzlicher Krankenversicherung. Zwei Beamte, zwei Laufbahnstufen, ein gemeinsames Bild aus Pension, Krankenversicherungskosten und Depot.
Wer als Beamtin oder Beamter verbeamtet ist, zahlt nicht in die gesetzliche Rentenversicherung ein und sammelt keine Rentenpunkte. Stattdessen entsteht die spätere Pension, im Beamtenrecht Versorgungsbezüge genannt, aus dem Ruhegehaltssatz, der von den Dienstjahren abhängt, und der letzten Besoldung. Auch die Krankenversicherung läuft anders: über Beihilfe, einen Zuschuss des Dienstherrn zu den Krankheitskosten, kombiniert mit einer privaten Krankenversicherung für den nicht abgedeckten Teil. Ein gewöhnlicher Rentenrechner, der auf der gesetzlichen Rentenversicherung aufbaut, kann für diese Situation schlicht keine sinnvolle Zahl liefern.
Die folgenden Zahlen sind Modellrechnungen mit plausiblen Beispielannahmen zu Besoldung, Dienstjahren und Beitragssätzen. Der genaue Ruhegehaltssatz, die Beihilfebemessung und die private Krankenversicherungsprämie hängen vom Bundesland, vom Dienstherrn und vom individuellen Vertrag ab. Miravel rechnet mit deinen eigenen Zahlen.
Warum ein gewöhnlicher Rentenrechner bei Beamten nicht funktioniert
Ein Rentenrechner für Angestellte rechnet mit Rentenpunkten, die aus versicherungspflichtigem Bruttoeinkommen entstehen, und mit Beiträgen zur gesetzlichen Krankenversicherung. Beide Größen existieren bei einer Beamtin oder einem Beamten nicht in dieser Form. Die Pension ergibt sich stattdessen aus dem Ruhegehaltssatz, einem Prozentsatz der letzten Besoldung, der mit den Dienstjahren steigt, bis zu einem gesetzlich gedeckelten Höchstsatz. Die Krankenversicherung läuft über Beihilfe, die je nach Familienstand und Status üblicherweise zwischen 50 und 80 Prozent der Kosten übernimmt, während der Rest über eine private Krankenversicherung abgedeckt werden muss, deren Prämie mit dem Alter steigt.
Wer diese drei Größen, Pension, Beihilfe-Anteil und private Krankenversicherungsprämie, getrennt nachschlägt, verpasst genau das, was für die eigene Altersplanung zählt: wie viel am Ende netto übrig bleibt, wenn die Pension da ist, aber ein wachsender Teil davon für die private Krankenversicherung draufgeht.
Zwei Beamte, unterschiedliche Laufbahnstufen
Frau Berger ist Referatsleiterin, 52 Jahre alt, mit 28 Dienstjahren, in einer höheren Besoldungsgruppe. Herr Krause ist Lehrer, 38 Jahre alt, mit 12 Dienstjahren, in einer mittleren Besoldungsgruppe. Beide sparen zusätzlich in einem ETF-Sparplan, weil beiden bewusst ist, dass die Pension allein die private Krankenversicherung im Alter nicht automatisch mit abdeckt.
Frau Berger: kurz vor dem Ruhestand, Pension und Krankenversicherung im Blick
Was das Miravel-Modell für Frau Bergers Haushalt über den ETF-Sparplan errechnet: Bei einer monatlichen Sparrate von 500 Euro über die verbleibenden 13 Dienstjahre und einer modellierten, nach Inflation bereinigten Wertentwicklung ergibt sich ein Depotwert von rund 210.000 Euro bei Ruhestandseintritt. Diese Zahl kommt direkt aus der Simulation und reagiert auf jede Änderung von Sparrate, Laufzeit oder Renditeannahme.
Die Pension selbst folgt einer anderen Logik, die außerhalb der Miravel-Simulation liegt und als allgemeine Orientierung dient: Der Ruhegehaltssatz steigt mit den Dienstjahren bis zu einem gesetzlich gedeckelten Höchstsatz von 71,75 Prozent der letzten ruhegehaltfähigen Besoldung, erreichbar nach rund 40 Dienstjahren. Bei Frau Bergers 28 Dienstjahren liegt der tatsächliche Satz darunter. Als Richtwert für die Modellrechnung wurde hier eine Pension von rund 4.300 bis 4.500 Euro angenommen. Dazu kommt die private Krankenversicherung, deren Prämie im Ruhestand steigt, weil die Beihilfe die Kosten nur anteilig übernimmt, in der Modellrechnung angenommen mit rund 550 bis 700 Euro im Monat.
Erst im Zusammenspiel wird sichtbar, was für Frau Berger tatsächlich zählt: Von einer Pension, die für sich genommen komfortabel aussieht, geht ein spürbarer Teil für die private Krankenversicherung ab, ein Posten, den ein gesetzlich Rentenversicherter in dieser Form nicht kennt, weil die gesetzliche Krankenversicherung im Ruhestand anders finanziert wird. Das ETF-Depot ist damit nicht nur zusätzliches Vermögen, sondern ein Puffer genau für diesen wiederkehrenden Kostenblock.
Herr Krause: mitten in der Laufbahn, langer Zeithorizont für das Depot
Herr Krause ist 26 Jahre von seinem Ruhestand entfernt. Das verändert die Gewichtung seiner drei Bausteine deutlich gegenüber Frau Berger.
- Pension: Bei 12 Dienstjahren heute und weiteren rund 26 bis zum Ruhestand liegt der Ruhegehaltssatz noch deutlich unter dem gesetzlichen Höchstsatz von 71,75 Prozent, der erst nach rund 40 Dienstjahren erreicht wird. Eine belastbare Prognose lässt sich erst deutlich näher am Ruhestand seriös treffen, weil Besoldungsentwicklung und mögliche Laufbahnwechsel über einen so langen Zeitraum viel Unsicherheit tragen.
- Private Krankenversicherung: Die Prämie im Ruhestand hängt stark vom Eintrittsalter in die private Krankenversicherung und der Beitragsentwicklung über Jahrzehnte ab, ebenfalls mit erheblicher Unsicherheit auf diesen Zeithorizont.
- ETF-Sparplan: Hier zahlt sich der lange Zeithorizont aus. Bei einer Sparrate von 350 Euro über 27 Jahre und modellierter Wertentwicklung ergibt die Simulation einen Depotwert von rund 340.000 Euro, deutlich mehr als bei Frau Berger trotz niedrigerer monatlicher Sparrate, allein durch die längere Laufzeit.
Für Herrn Krause ist das ETF-Depot der Baustein, der schon heute mit hoher Präzision durchgerechnet werden kann, während Pension und private Krankenversicherungsprämie zwangsläufig grobe Richtwerte bleiben, bis er näher am Ruhestand ist. Das ist kein Mangel der Rechnung, sondern eine ehrliche Aussage darüber, was über 26 Jahre vorhersehbar ist und was nicht.
Was diese Rechnung wirklich zeigt
Beide Beamte haben eine Pension, die für sich genommen solide aussieht. Erst wenn man sie neben die private Krankenversicherungsprämie und das ETF-Depot stellt, wird sichtbar, wie viel von der Pension tatsächlich frei verfügbar bleibt und wie stark das Depot diesen Unterschied ausgleichen kann. Ein Rentenrechner, der nur die gesetzliche Rentenversicherung kennt, zeigt für Beamte gar keine Zahl. Ein Depotrechner zeigt das ETF-Wachstum, aber nicht, wofür es später gebraucht wird.
Was sich an dieser Rechnung wirklich verändern lässt
Für Beamtinnen und Beamte gibt es eigene Stellschrauben, die ein generischer Rentenrechner gar nicht erst zeigt, weil er die Beamten-Architektur nicht kennt:
- Die ETF-Sparrate an die tatsächlich erwartete Lücke zwischen Pension und heutigem Lebensstandard anpassen, statt eine runde Zahl zu sparen
- Die private Krankenversicherung regelmäßig auf Beitragsentwicklung und Beihilfebemessungssatz prüfen, weil sich beide über die Jahre ändern können
- Bei einem Wechsel des Bundeslands oder Dienstherrn die Übertragbarkeit der Dienstjahre und den geltenden Beihilfesatz klären, da sich beides unterscheiden kann
- Freiwillige zusätzliche Altersvorsorge einplanen, wenn der Ruhegehaltssatz wegen unterbrochener Dienstjahre unter dem Höchstsatz bleibt
Welche dieser Stellschrauben etwas bringt, hängt von der Besoldungsgruppe, den Dienstjahren und dem gewählten ETF-Sparplan ab. Das lässt sich nicht in einem einzelnen Rentenrechner nachschlagen, es braucht eine Rechnung, die Pension, private Krankenversicherungskosten und Depotentwicklung gemeinsam über Jahrzehnte abbildet.
Warum das Gesamtbild hier den Unterschied macht
Miravel rechnet für Beamtinnen und Beamte nicht mit der gesetzlichen Rentenversicherung, sondern bildet die eigene Architektur ab: die Vorsorgebeiträge und Sparraten, die tatsächlich in deinem Haushalt anfallen, zusammen mit dem ETF-Depot, dem Einkommen und dem Haushaltspuffer, über Jahre simuliert. Für Größen außerhalb der Simulation, wie den genauen Ruhegehaltssatz oder die Beihilfebemessung deines Dienstherrn, zeigt Miravel dir, welche Annahme im Modell steckt, statt sie zu verstecken.
Die Daten bleiben dabei in deinem Browser. Miravel sagt dir nicht, wie viel du sparen sollst. Es zeigt dir, was bei deinen eigenen Zahlen über die nächsten Jahrzehnte passiert.
Häufig gestellte Fragen
Miravel bildet die Vorsorge-Architektur von Beamtinnen und Beamten ab, nicht die eines gesetzlich Rentenversicherten: Vorsorgebeiträge, ETF-Depot, Einkommen und Haushaltspuffer, über Jahrzehnte simuliert. Jetzt kostenlos starten.