Was könnte dein Kind mit 18 im Depot haben?

100 Euro im Monat. Aber ab wann? Dieselbe Sparrate kann für dein Kind einen Unterschied von rund 15.000 Euro bedeuten. Je nachdem, wann du anfängst.

Die meisten Eltern fragen sich irgendwann: Soll ich für mein Kind Geld zurücklegen? Die wenigsten fragen sich dabei: Was kostet es, damit noch ein paar Jahre zu warten?

Die folgenden Zahlen sind Modellrechnungen. Sie zeigen, was das Miravel-Modell für konkrete Eingaben errechnet. Keine zwei Haushalte sind gleich. Deine Zahlen weichen ab.

Dieselbe Sparrate, drei verschiedene Startpunkte

Stell dir drei Familien vor. Alle legen 100 Euro im Monat in einen globalen Aktien-ETF an. Alle nutzen die Nichtveranlagungs-Bescheinigung für das Kind. Der einzige Unterschied: wann sie anfangen.

Familie 1: Start zur Geburt

Markus und Julia aus Hamburg eröffnen ihrem Sohn Leon gleich nach der Geburt ein Kinderdepot. Sie sparen 100 Euro monatlich, 18 Jahre lang.

  • Eingezahlter Betrag: 21.600 Euro
  • Voraussichtliches Guthaben mit 18: ca. 39.300 Euro
  • Davon Wachstum durch Zinseszins: ca. 17.700 Euro

Familie 2: Start mit einem Jahr

Olena ist vor zwei Jahren aus der Ukraine nach Deutschland gezogen und arbeitet in Dortmund als Krankenpflegerin. Als ihre Tochter Kira ein Jahr alt wird, hört Olena zum ersten Mal von einem Kinderdepot. Sie fängt jetzt an: 17 Jahre bis zum 18. Geburtstag.

  • Eingezahlter Betrag: 20.400 Euro
  • Voraussichtliches Guthaben mit 18: ca. 35.900 Euro
  • Davon Wachstum durch Zinseszins: ca. 15.500 Euro

Ein Jahr verpasst. Das kostet Kira nicht nur die 1.200 Euro, die nicht eingezahlt wurden. Es kostet ca. 3.400 Euro, denn früh eingezahltes Geld wächst am längsten.

Familie 3: Start mit fünf Jahren

Eine dritte Familie wartet, bis das Kind in der Schule ist. Dann fangen sie an. Noch 13 Jahre bis zum 18. Geburtstag.

  • Eingezahlter Betrag: 15.600 Euro
  • Voraussichtliches Guthaben mit 18: ca. 24.000 Euro
  • Davon Wachstum durch Zinseszins: ca. 8.400 Euro

Im Vergleich zu Familie 1: 6.000 Euro weniger eingezahlt, aber rund 15.000 Euro weniger im Depot. Die fünf Jahre Wartezeit kosteten nicht nur die ausgelassenen Raten. Sie kosteten auch den Zinseszins auf die ersten 60 Einzahlungen.

ca. 15.000 € — Weniger im Depot mit 18 bei fünf Jahren Wartezeit. Gleiche Sparrate von 100 Euro monatlich, gleiche angenommene Rendite von 6% pro Jahr. Nur der Startzeitpunkt entscheidet.

Was ist ein Kinderdepot?

Ein Kinderdepot ist ein Wertpapierdepot, das rechtlich auf den Namen des Kindes läuft. Eltern eröffnen es und verwalten es, bis das Kind 18 Jahre alt wird. Ab dem 18. Geburtstag gehört das Depot vollständig dem Kind. Eltern haben danach keinen Zugriff mehr.

Der wichtigste Steuervorteil: Das Kind hat einen eigenen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro jährlich. Kapitalerträge bis zu dieser Grenze sind steuerfrei, unabhängig davon, wie viel die Eltern verdienen.

Was ist eine Nichtveranlagungs-Bescheinigung?

Eine Nichtveranlagungs-Bescheinigung, kurz NV-Bescheinigung, ist ein Dokument vom Finanzamt. Es bestätigt, dass das Kind kein steuerpflichtiges Einkommen hat. Die Bank zieht dann gar keine Steuern auf Kapitalerträge ein, auch nicht auf Erträge über dem Sparerpauschbetrag.

Das lohnt sich: Ein Kind ohne eigenes Einkommen zahlt auf Kapitalerträge effektiv null Prozent Steuern, solange das gesamte Einkommen des Kindes unter dem Grundfreibetrag (2026: 12.348 Euro) plus Sparerpauschbetrag bleibt. Ohne NV-Bescheinigung zieht die Bank automatisch 26,375 Prozent Abgeltungsteuer ab, auch wenn das Kind gar nichts zahlen müsste. Die Bescheinigung gilt drei Jahre und kann danach neu beantragt werden.

Wenn du neu in Deutschland bist

Wer in Deutschland wohnt und hier steuerlich ansässig ist, kann für ein in Deutschland lebendes Kind ein Kinderdepot eröffnen, unabhängig davon, woher die Familie kommt. Die deutschen Steuerregeln gelten für alle, die ihren Wohnsitz hier haben.

Für die NV-Bescheinigung zählt der aktuelle steuerliche Wohnsitz in Deutschland, nicht die Vergangenheit in einem anderen Land. Wer als Familie aus der Ukraine, Polen oder anderswo zugezogen ist: Entscheidend ist, dass das Kind jetzt hier lebt.

Mit 18 gehört das Depot dem Kind

Das ist rechtlich nicht verhandelbar. Ab dem 18. Geburtstag hat das Kind die vollständige Verfügungsgewalt. Eltern haben danach keinen Zugriff mehr. Auch nicht mit den besten Absichten. Wer möchte, dass das Kind das Depot weiterführt, sollte das Gespräch früh beginnen.

Was diese Zahlen noch nicht zeigen

Das Modell nimmt eine konstante Rendite von 6 Prozent pro Jahr nach Fondskosten an. Das ist eine Annahme, keine Garantie. Aktien schwanken. In schlechten Jahren wächst das Depot langsamer oder schrumpft vorübergehend.

Außerdem: Wenn das Depot beim Antrag auf Ausbildungsförderung (BAföG) über 15.000 Euro liegt, wird das übersteigende Vermögen auf den Förderbedarf angerechnet. Das kann den Förderanspruch verringern. Miravel zeigt einen Hinweis, sobald die Projektion diesen Schwellenwert überschreitet.

Akkumulierende Fonds unterliegen der Vorabpauschale: Jedes Jahr wird ein Mindeststeuerbetrag fällig, auch wenn keine Anteile verkauft wurden. Das Miravel-Modell berücksichtigt diesen Effekt.

Ein Punkt, den viele übersehen: Übersteigen die Kapitalerträge des Kindes rund 565 Euro im Monat (2026: ein Siebtel der Bezugsgröße), kann es aus der beitragsfreien Familienversicherung fallen und muss sich selbst krankenversichern. Bei einem großen Depot kann ein einzelner Verkauf diese Grenze in einem Jahr reißen.

Warum reicht ein normaler Sparrechner nicht?

Ein Sparrechner zeigt, wie viel 100 Euro monatlich nach 18 Jahren werden. Er berücksichtigt weder den Sparerpauschbetrag des Kindes noch die NV-Bescheinigung noch die Vorabpauschale. Miravel rechnet alle drei Steuerpfade durch: Abgeltungsteuer, Günstigerprüfung, NV-Bescheinigung. Den Unterschied siehst du auf einen Blick. Lokal in deinem Browser. Ohne Account.

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