Was verändert ein Kind finanziell?

Das erste Jahr ist selten das teuerste. Wie sich Elternzeit, Elterngeld, Teilzeit nach dem Wiedereinstieg und Rentenpunkte auf zwei sehr unterschiedliche Haushalte auswirken.

Das erste Jahr nach der Geburt ist die sichtbarste Veränderung. Das Einkommen sinkt, das Elterngeld federt einen Teil davon ab, und dann läuft das Leben weiter. Was die meisten unterschätzen: Die größere Lücke entsteht danach. Teilzeit nach dem Wiedereinstieg kostet über fünf Jahre oft mehr als der gesamte Einkommensrückgang im ersten Jahr.

Die folgenden Zahlen sind Modellrechnungen. Sie zeigen, was das Miravel-Modell für konkrete Eingaben errechnet. Keine zwei Haushalte sind gleich. Deine Zahlen weichen ab.

Was Miravel zeigt, und was nicht

Miravel zeigt, was verschiedene Entscheidungen rund um Elternzeit finanziell bedeuten: wie sich Einkommen, Elterngeld, Teilzeit, Rente und Haushaltspuffer über die nächsten Jahre entwickeln. Für deinen Haushalt, auf Basis deiner eigenen Eingaben.

Miravel sagt nicht, ob du ein Kind bekommen solltest. Die Entscheidung bleibt bei dir.

Dieselbe Entscheidung, zwei sehr verschiedene Ergebnisse

Stell dir zwei Paare vor. Beide erwarten ein Kind. Beide haben zusammen rund 5.200 Euro netto im Monat. Bei beiden geht die Person mit dem höheren Einkommen in Elternzeit.

Der Unterschied: Jana und Tobias leben in München. Jonas lebt mit Selin in einer kleineren Stadt in Nordrhein-Westfalen. Jana verdient 3.400 Euro netto, Tobias 1.800 Euro. Selin verdient 3.200 Euro netto, Jonas 2.000 Euro.

Zwei Paare, zwei Elterngeld-Strategien

Jana · München — Basiselterngeld · 12 Monate
Elterngeld/Monat1.800 €
Einkommenslücke währenddessenca. 1.340 €/Mon.
5-Jahres-Lücke (Teilzeit danach)ca. 42.800 €
Weniger Rente, dauerhaftca. 67 €/Mon.
Puffer nach 12 Monaten−14.000 €
Selin · Nordrhein-Westfalen — ElterngeldPlus · 24 Monate
Elterngeld/Monat900 €
Einkommenslücke währenddessenca. 233 €/Mon.
Teilzeitphaselänger, flacher
Weniger Rente, dauerhaftca. 80 €/Mon.
Haushaltspufferkaum belastet

Jana, München. Basiselterngeld, 12 Monate.

Jana verdient 5.493 Euro brutto im Monat, das sind rund 3.400 Euro netto. Sie geht für 12 Monate in Elternzeit. Basiselterngeld: 65% des pauschalierten Nettos, Deckel bei 1.800 Euro pro Monat. Jana liegt darüber und bekommt den Höchstbetrag von 1.800 Euro.

Was das Miravel-Modell für die Elternzeit errechnet:

  • Haushaltseinkommen während Elternzeit: 1.800 Euro (Elterngeld) + 1.800 Euro (Tobias) + 259 Euro (Kindergeld) = 3.859 Euro
  • Lücke gegenüber vorher: rund 1.340 Euro pro Monat
  • Haushaltspuffer nach 12 Monaten: ca. 14.000 Euro aufgebraucht

Nach der Elternzeit steigt Jana auf 30 Stunden ein, also 75% ihres früheren Vollzeiteinkommens. Was das Miravel-Modell für die folgenden fünf Jahre errechnet:

  • Netto monatlich weniger (nur durch Teilzeit): ca. 713 Euro
  • Über 5 Jahre: rund 42.800 Euro weniger Haushaltseinkommen als ohne Teilzeit
  • Weniger Rentenpunkte nach 5 Jahren: ca. 1,59 Punkte
  • Daraus: rund 67 Euro weniger monatliche Bruttorente, dauerhaft

Der Haushaltspuffer erholt sich nur langsam. München ist teuer. Selbst mit zwei Einkommen fressen Kita, Miete und Lebenshaltung einen großen Teil des monatlichen Spielraums.

Selin, Nordrhein-Westfalen. ElterngeldPlus, 24 Monate.

Selin verdient 5.098 Euro brutto im Monat, das sind rund 3.200 Euro netto. Sie und Jonas entscheiden sich für ElterngeldPlus: niedrigere Auszahlung, aber doppelt so lange Bezugsdauer. ElterngeldPlus beträgt die Hälfte des Basiselterngelds, bei Selin rund 900 Euro pro Monat, für 24 Monate.

Selin arbeitet während des ElterngeldPlus-Bezugs in Teilzeit. Das ist die Idee dahinter: Elterngeld und reduziertes Einkommen gleichzeitig, ohne vollständig aus dem Beruf auszusteigen.

Was das Miravel-Modell für diese Phase errechnet:

  • Einkommen während ElterngeldPlus (Teilzeit 50%): rund 1.808 Euro netto. Halbe Stunden heißt nicht halbes Netto: Wegen der Steuerprogression bleibt mehr übrig als die Hälfte von 3.200 Euro.
  • Elterngeld: 900 Euro
  • Zusammen: 2.708 Euro von Selin, plus Jonas' 2.000 Euro, plus 259 Euro Kindergeld = 4.967 Euro
  • Lücke gegenüber vorher: rund 233 Euro pro Monat. Deutlich weniger als bei Basiselterngeld.

Nach dem Elterngeld erhöht Selin auf 80%. Die Rentenrechnung:

  • Weniger Rentenpunkte über 5 Jahre (50% dann 80%): ca. 1,88 Punkte
  • Daraus: rund 80 Euro weniger monatliche Bruttorente, dauerhaft
  • Haushaltspuffer: sinkt in den ersten Jahren kaum, erholt sich schneller als bei Jana

Selins Haushalt hat weniger Ausschläge. Die Einkommenslücke ist kleiner, weil ElterngeldPlus und Teilzeit kombiniert werden. Dafür ist die Teilzeitphase länger, was insgesamt mehr Rentenpunkte kostet als Janas kürzere, tiefere Lücke.

Elterngeld: Was du wirklich bekommst

Das Basiselterngeld beträgt 65 Prozent des pauschalierten Nettoeinkommens der letzten 12 Monate vor der Geburt. Die Spanne liegt zwischen 300 und 1.800 Euro pro Monat. Wer sehr wenig verdient, bekommt bis zu 67 Prozent. Wer über dem Deckel liegt, bekommt maximal 1.800 Euro.

Entscheidend ist das pauschalierte Netto: Das Finanzamt nimmt nicht einfach den Kontoauszug, sondern errechnet einen Betrag nach fester Formel. Steuerklassenwechsel kurz vor der Geburt kann sich lohnen, muss aber rechtzeitig beantragt werden.

  • Basiselterngeld: 65% (bis 67%) des pauschalierten Nettos, max. 1.800 Euro, bis 14 Monate.
  • ElterngeldPlus: 50% des Basisbetrags, doppelt so lange. Kombinierbar mit Teilzeit bis 32 Stunden.
  • Partnerschaftsbonus: bis zu 4 Extra-Monate ElterngeldPlus, wenn beide gleichzeitig 24 bis 32 Stunden arbeiten.
  • Geschwisterbonus: 10% Aufschlag (mindestens 75 Euro), wenn ein weiteres Kind unter 3 oder unter 6 Jahren im Haushalt lebt.

Was Elternzeitmonate mit der Rente machen

Für die ersten drei Lebensjahre eines Kindes werden Kindererziehungszeiten auf das Rentenkonto angerechnet: je einen Rentenpunkt pro Jahr. Das federt einen Teil der Lücke ab, die durch niedrigere Beiträge in der Elternzeit entsteht.

+1 Rentenpunkt pro Jahr — Kindererziehungszeit, für die ersten drei Lebensjahre. 2026 rund 42,52 € mehr monatliche Bruttorente je Jahr. Sie federt einen Teil der Lücke ab, nicht den Teilzeit-Effekt danach.

Diese Punkte werden der Person gutgeschrieben, die das Kind hauptsächlich erzieht. Wenn beide Partner Elternzeit nehmen, können die Monate aufgeteilt werden. Die Punkte für dasselbe Jahr bekommt aber nur eine Person.

Was die Kindererziehungszeiten nicht abdecken: den Renteneffekt einer dauerhaften Teilzeitphase nach dem Wiedereinstieg. Das sind zwei getrennte Rechnungen. Miravel zeigt beide.

Häufig gestellte Fragen

Zählen Elternzeitmonate für die Rente? Ja, indirekt. Der Staat schreibt dir für die ersten drei Jahre nach der Geburt Kindererziehungszeiten gut: je einen Rentenpunkt pro Jahr. Das entspricht 2026 einem Wert von rund 42,52 Euro monatlicher Bruttorente pro Jahr Erziehungszeit.

Wie hoch ist das Elterngeld in meinem Fall? Das hängt von deinem Nettoeinkommen in den letzten 12 Monaten vor der Geburt ab. Miravel berechnet einen Schätzwert auf Basis deiner Angaben. Eine genaue Auskunft gibt die zuständige Elterngeldstelle.

Was ist der Unterschied zwischen Basiselterngeld und ElterngeldPlus? Basiselterngeld läuft maximal 14 Monate, davon mindestens 2 Monate für den anderen Elternteil. ElterngeldPlus zahlt die Hälfte, aber doppelt so lange. Wer in Teilzeit arbeiten möchte, kommt mit ElterngeldPlus oft besser weg.

Wie lange kann ich in Elternzeit gehen? Bis zu 36 Monate, aufgeteilt auf beide Elternteile. Elterngeld gibt es aber nur für maximal 14 Monate (Basis) oder 28 Monate (Plus). Der Rest der Elternzeit ist unbezahlt, das Beschäftigungsverhältnis bleibt bestehen.

Warum reicht ein normaler Elterngeldrechner nicht? Ein Elterngeldrechner zeigt dir die Auszahlung im ersten Jahr. Er zeigt nicht, wie sich dein Haushaltseinkommen über fünf Jahre entwickelt, wenn du danach in Teilzeit gehst. Und er zeigt nicht, was das für deine Rente bedeutet. Miravel rechnet beides zusammen.

Miravel simuliert Elternzeit und Teilzeit zusammen, für deinen Haushalt. Einkommen, Elterngeld, Rentenansprüche, Haushaltspuffer: alles in einer Rechnung, lokal in deinem Browser.

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